Kurzchronik

Die Stammrolle, das älteste Dokument unserer Wehr, beginnt am 28. Januar 1880. Die ersten Eintragungen lauten: Carl Humann, Friedrich Kuhn, August Hinze, Louis Schleife, Hermann Ziebig, Ernst Wolf, Otto Schilling, Clemens Fritsche, Louis Graf, Louis Martin.

Die soziale Zusammensetzung lässt erkennen, dass es in der Hauptsache die Handwerksmeister und Arbeiter waren, die erkannten, dass man vereint an das Bekämpfen des Feuers gehen musste. Schon am 1. Februar traten weitere 22 Kameraden der Wehr bei. Die Wehr wurde von Tag zu Tag verstärkt.

Die Monatsberichte lassen erkennen, das im Durchschnitt 3-4 Übungen durchgeführt wurden. Neben diesen Übungen musste unsere Wehr auch sehr viel in die Nachbargemeinden zur Brandbekämpfung ausrücken.

Am 28. Januar 1905 feierte die FFw mit Ball und Kommers ihr 25-jähriges Bestehen. Am 28. Juli 1907 wurde eine Kirchparade zur Einweihung der neuen Orgel abgehalten, alle Vereine waren daran beteiligt. 1910 wurde das 30-jährige Jubiläum gefeiert. Eine neue Approtzspritze (gebaut von C. G. Baldauf /Chemnitz) erhielten wir am 26. März 1911, die mit Musik vom Bahnhof abgeholt wurde.

Am 1. September 1913 wurde Kornblumentag abgehalten, weil Majestät König Friedrich von Sachsen erwartet wurde. Im August 1914 Mobilmachungsbefehl Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm II an das Militär, wovon sehr viel Kameraden in den Krieg mussten. Am 8. Februar 1919 wurde in Berthold´s Schänke Hauptversammlung abgehalten und alle aus dem Krieg heim gekehrten traten wieder in die Wehr ein. Am 26. Juli 1922 wurde die erste Motorspritze (Erbauer war Herr Müller aus Döbeln) vom Bahnhof abgeholt.

Vorfahren Gruppenfoto

Am 10. Mai 1930 feierte unsere Wehr unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft ihr 50-jähriges Bestehen. Von allen Schichten der Bevölkerung wurden der Wehr Geschenke in großer Zahl und von großem Wert überreicht. Die Bevölkerung zeigte dadurch den Kameraden der Wehr ihren Dank.

Am 29. Januar 1947 erhielt die FFw St. Egidien eine neue Motorspritze (TS8 / TSA). Am 3. März 1948 erhielt die Wehr die Anweisungen ab sofort einen Katastrophenschutz einzurichten, an dem sich alle Betriebe des Ortes beteiligen sollten. Nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 gab es auch auf dem Gebiet des Brandschutzes zielgerichtete Aufgaben und Arbeitsrichtlinien.

Angefangen wurde die Arbeit mit einem TSA im Handzug, danach erhielten wir einen Mannschaftswagen (Elite), bauten in vielen Stunden einen ausrangierten LKW Mercedes von der BDVP zu einem LF8 um, erhielten dann ein genormtes LF 8 (Mercedes), welches bis 1973 der Wehr zur Verfügung stand.

1973 erhielt das Kollektiv ein neues modernes LF 8-TS8-STA, Typ LO 3000. Unermüdlich waren stets die Kameraden, wenn es galt, Leistungen zur Verbesserung der Technik oder Ausrüstung zu vollbringen. So wurde in den Jahren 1964 -1965 von allen Kameraden das Gerätehausum- und ausbau durchgeführt. Viele gute Ergebnisse wurden bei den Feuerwehrwettkämpfen erzielt. Ausgezeichnet wurde das Wehrkollektiv mit der Medaille für "Verdienste im Brandschutz" am 7. Oktober 1985.

Am 3. Oktober 1990 war die Wiedervereinigung von DDR und BRD, TGL (Technische Normen, Gütevorschrift und Lieferbedingungen) wurde durch DIN abgelöst. Am 2. Juli 1991 trat das Brandschutzgesetz für das Land Sachsen in Kraft. Am 8. August 1991 übernahm die FFw St. Egidien die AL (Anhängeleiter) von der Feuerwehr der Nickelhütte. Ab dem 16. Juni sind wir laut Brandschutzgesetz zur Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen verpflichtet. Wir erhielten ein neues LF16-TS auf W50 am 4. Juli 1992. Die ersten vier Alarm- und Meldeempfänger vom Typ Motorola bekam die Wehr am 21. Januar 1993. Kurz vor dem Jahreswechsel 1993/ 1994 bekamen wir einen Wartburg Bj. 1988 gespendet.

Am 23. September 1995 war die feierliche Übergabe unseres neuen LF 8/6 durch den Bürgermeister Matthias Keller. Am 1. Juli 1997 erhielt die FFw St. Egidien Schere und Spreizer. Am 14. November 1998 feierte die Blaskapelle der FFw St. Egidien das 25-jährige Jubiläum. Das "Entenrennen" der Freien Presse fand am 2. Juni 2001 statt.

Derzeit versehen 34 Kameradinnen und Kameraden ihren aktiven Dienst in der Freiweilligen Feuerwehr St. Egidien. Weiterhin versehen ihren Dienst: 5 Kameraden in der Altersabteilung, 2 Kameraden in der Ehrenabteilung, 8 Kameradinnen in der Frauengruppe und 18 Kameraden in der Blaskapelle.